Afrika ist von Wüstenbildung betroffen und jedes Jahr beansprucht die Wüste fruchtbareres Land. Die einzige Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken, besteht darin, mehr Wälder anzupflanzen. Der Mangel an sauberem Wasser für das richtige Wachstum und die Ernährung der Bäume ist jedoch ein weiteres Problem in der Region.

Die ägyptische Regierung startete in den 1990er Jahren ein innovatives Projekt zur Bekämpfung der Wüstenbildung, indem Wälder mit Abwasser bepflanzt wurden. Das Projekt hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und produziert derzeit viermal mehr Eukalyptusholz als Kiefernplantagen in Deutschland.
Bildquelle: Deutsche Welle / Oliver RistauDer Serapium-Wald ist fast zwei Stunden von Kairo, der ägyptischen Hauptstadt, entfernt. Die Plantage erstreckt sich über eine Fläche von 200 Hektar und beherbergt einheimische und nicht einheimische Pflanzen und Bäume, darunter kommerziell wertvolle Sorten wie Mahagoni.
Bildquelle: Deutsche Welle / Oliver RistauÄgypten erhält doppelt so viel Sonnenschein wie Deutschland mit einer Rate von 2200 kWh pro Quadratmeter. Lebender Boden hat unter diesen Umständen keine Chance zu überleben und etwas Gutes zu produzieren. Ägyptische Forscher fanden jedoch heraus, dass das Gießen der Pflanzen mit Abwasser das Wachstum der Bäume unterstützte. Das Abwasser ist so nährstoffreich, dass kein anderer Dünger hinzugefügt werden muss, um das Wachstum zu stimulieren.
Bildquelle: Deutsche Welle / Oliver RistauDas verwendete Abwasser wird zunächst mechanisch gefiltert, um Schmutz und Ablagerungen aus dem Wasser zu entfernen. Als nächstes werden Sauerstoff und Mikroben eingeführt, um die Zersetzung organischer Stoffe zu fördern. Das behandelte Abwasser ist reich an Stickstoff und Phosphaten, ebenso wie handelsübliche Düngemittel. Das Wasser ist nur für Regionen geeignet, in denen nichts für den menschlichen Verzehr angebaut wird.
Nach 15 Jahren hat der Serapiumwald 350 Kubikmeter Holz pro Hektar produziert. Die Forscher schätzen, dass Ägypten 650.000 Hektar Wüste in Wälder verwandeln könnte, wenn das Land 80 Prozent des Abwassers verbrauchen würde.
