Einem Forschungsbericht zufolge könnte Google Apple rund 15 Milliarden US-Dollar zahlen, um die primäre Suchmaschine auf Apple-Geräten zu werden. Die Notiz stammt vom Bernstein-Analysten Toni Sacconaghi (über Android Central).
Die Vorhersage basiert auf Offenlegungen, die Apple in öffentlichen Unterlagen gemacht hat. Der Analyst führte außerdem eine Bottom-up-Analyse der TAC-Zahlungen oder Traffic-Akquisitionskosten von Google durch. Das Justizministerium gab im Oktober 2020 bekannt, dass Google zwischen 8 und 12 Milliarden US-Dollar bezahlt hat, um die Standardsuchmaschine auf Apple-Geräten zu werden.
Der Analyst sagt, dass Google am Ende möglicherweise mehr zahlen muss, um einen Bieterkrieg mit Microsoft zu vermeiden. Sacconaghi glaubt auch, dass Google diesen Plan auf lange Sicht möglicherweise nicht in Betracht zieht, da die Zahlungen bis 2022 18 bis 20 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. In diesem Szenario glaubt Sacconaghi, dass Google mit Apple verhandeln kann, um die Gebühr zu senken.
Apple könnte 4 bis 5 % seines Bruttogewinns verlieren, wenn der Deal scheitert
Es besteht zwar die Möglichkeit, dass die Regulierungsbehörden den Deal befürworten, aber es ist wahrscheinlich, dass er reibungslos zustande kommt. Sollte der Deal jedoch blockiert werden, könnte der Bruttogewinn von Apple laut Sacconaghi um 4 bis 5 % sinken.
Anfang dieses Jahres kamen App-Hersteller zusammen, um vor dem Kongress gegen angebliche wettbewerbswidrige Praktiken von Apple und Google auszusagen. Die Entwickler sagten, sie befürchten, dass jede kleine Änderung der App-Store-Regeln ihr Geschäft zerstören könnte. Im Publikum waren App-Entwickler wie Spotify, Tile und Match Group (Tinder). Auch Vertreter von Google und Apple waren anwesend.
Den beiden Tech-Giganten wurde auch vorgeworfen, Entwickler bedroht zu haben. Horacio Gutierrez, Rechtsdirektor bei Spotify, sagte, er könne „mindestens vier klare Beispiele für Drohungen und Vergeltungsmaßnahmen“ von Apple zählen. Gutierrez sagte weiter, die Vergeltung sei erfolgt, nachdem Spotify einige wettbewerbswidrige Verhaltensweisen von Apple an die Öffentlichkeit gebracht habe, darunter auch die Gebühr, die es den Entwicklern in Rechnung stelle.
Beide Unternehmen stehen seit geraumer Zeit im Fadenkreuz der Aufsichtsbehörden. Auch außerhalb der USA standen sie vor regulatorischen Hürden. Die EU hat kürzlich Untersuchungen zum Ad-Tech-Geschäft von Google wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die EU-Wettbewerbsregeln eingeleitet. Auch Google zahlte hohe Geldstrafen wegen Kartellvorwürfen. Zuletzt wurde der Suchriese von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Geldstrafe von 500 Millionen Euro belegt.
