Das Kraftwerk Tschernobyl steht seit dem Jahr 2000 still. Nach der Kernschmelze im Jahr 1986 nahmen andere Kernreaktoren den Betrieb auf, doch 18 Jahre lang war Tschernobyl nichts weiter als ein verfallenes, verlassenes Land. Ein kürzlich abgeschlossenes Projekt hat das Bild verändert und die 3.800 installierten Solarmodule können die Ukraine wieder mit Strom versorgen. Vor zwei Jahren schlugen viele Unternehmen die Errichtung eines Solarparks in Tschernobyl vor. Theoretisch war dies möglich, da das Land für nichts anderes genutzt wurde, der Großteil der Infrastruktur für den Stromtransport noch vorhanden war und ein Unternehmen lediglich Sonnenkollektoren installieren und an das Stromnetz anschließen musste, um alle Stromquellen nutzen zu können Energie.
Die ukrainische Regierung bot außerdem zahlreiche Anreize wie niedrige Grundstückskosten und hohe Strompreise, um den beiden europäischen Energiekonzernen Rodina und Enerparc AG Investitionen in Solarparks zu erleichtern. Diese Unternehmen gründeten gemeinsam Solar Chernobyl, das sich der Verwaltung des Solarparks in der Ukraine widmet. Die Sonnenkollektoren wurden nur wenige Meter vom Reaktor entfernt installiert, der bei der Katastrophe von 1986 geschmolzen war. Die Farm kostet rund 1,2 Millionen US-Dollar und liefert 1 Megawatt Strom in das Land, was genug Strom für 2000 Haushalte ist. Sie planen, am Standort etwa 100 Megawatt zu produzieren.
Die Solaranlage versorgt die Ukraine mit dringend benötigtem Strom. Vor der Annexion durch Russland hatte die Ukraine auf der Krim 170 Megawatt Solarstrom installiert. Seitdem ist das Land gezwungen, zum Ausgleich Erdgas aus Russland zu kaufen. Die Solaranlage in Tschernobyl wird dazu beitragen, das Land ein wenig energieunabhängiger zu machen.
