Die Erben von Samsung, die auch leitende Positionen im Unternehmen innehaben, verkaufen ihre Anteile, um staatliche Steuern zu zahlen. Die Lee-Familiensteuer ist die höchste Erbschaftssteuer in der Geschichte des Landes.
Seit letztem Oktober ist Samsung-Vorsitzender Lee Kun-hee im Alter von 78 Jahren verstorben. Sein Vermögen wird Berichten zufolge auf 26 Billionen Won (21 Milliarden US-Dollar) geschätzt, davon sind 18 Milliarden US-Dollar Firmenaktien. Die südkoreanische Regierung versucht nun, von der Samsung-Erbenfamilie Erbschaftssteuer einzutreiben. Aus diesem Grund hat die Familie beschlossen, ihre Anteile an Unternehmen der Samsung-Gruppe zu verkaufen, um staatliche Steuern zu zahlen.
Die Erbschaftssteuer von Samsung beträgt etwa 11 Billionen Won (9 Milliarden US-Dollar), die höchste Erbschaftssteuer in der Geschichte Südkoreas. Selbstverständlich ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, diesen Betrag in 5 Jahren zu zahlen und es ist nicht notwendig, alles auf einmal zu zahlen. Die Witwe von Lee Kun-hee, Jay Y. Lee, Lee Boo-jin und Lee Seo-hyun, ist für die Zahlung der Steuer verantwortlich.
Die Witwe Hong Ra-hee verkaufte 19.941.860 Aktien des Unternehmens und kaufte ihr mit dieser Aktienmenge 1,43 Billionen Won (eine Milliarde US-Dollar) ab. Sie besitzt 2,3 % von Samsung Electronics.
Lee Seo-hyun verkaufte 3.459.940 Aktien der Samsung Life Insurance, was ihm 247,3 Milliarden Won (200 Millionen US-Dollar) einbrachte. Außerdem wurden 1.509.430 Samsung SDS-Aktien im Wert von etwa 242,2 Milliarden Won verkauft. Auch die anderen Erben von Lee Kun-hee müssen bereit sein, Steuern zu zahlen, wenn sie einen Teil seines Vermögens erworben haben.
Managementinstabilitäten sind die größte Bedrohung für Samsung
Als eines der größten und reichsten Unternehmen in Südkorea spielt Samsung eine große Rolle für die Wirtschaft und das BIP des Landes. Doch das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Managementproblemen und sogar einer seiner Erben, Lee Jae-yong, sitzt im Gefängnis, weil er Bestechungsgelder an den ehemaligen Präsidenten gezahlt hat. Die südkoreanische Regierung gewährte ihm kürzlich eine Bewährung. Natürlich ist dieser Fall noch nicht abgeschlossen und einer der wichtigsten Erben von Samsung muss erneut vor dem Obersten Gerichtshof erscheinen und sich für die Vorwürfe verantworten.
Die größte Bedrohung für die aktuelle Marktposition von Samsung sind nicht konkurrierende Unternehmen, sondern die Instabilität des Managements innerhalb des Unternehmens selbst. Wenn die Unternehmenserben dieser Misere kein Ende bereiten können, wird die Marktposition des Unternehmens instabil sein.
