Die Produktion von Carbonfasern nimmt stetig zu, doch das Material, das recycelt werden muss, bleibt eine Herausforderung. Laut Untersuchungen der Washington State University ist es möglich, Kohlefaserabfälle zu zerkleinern und zur Verbesserung von durchlässigem Beton zu verwenden. Durchlässiger Beton ist hochporös und kann abfließendes Regenwasser verarbeiten, indem er es direkt in den darunter liegenden Boden leitet. Es beugt Überschwemmungen vor und verringert auch die Ableitung von Schadstoffen auf Wasserlebewesen. Herkömmlicher undurchlässiger Beton führt dazu, dass Wasser entlang des Weges fließt und sich unterwegs immer mehr Schadstoffe ansammeln.
Da es sich um porösen Beton handelt, ist er nicht so haltbar wie normaler Beton. Hier kommt der Einsatz von Kohlefaser ins Spiel. Die von Karl England und Somayeh Nassiri geleitete Forschung nutzte eine kostengünstige mechanische Mahltechnik, um von Boeing bereitgestellte Kohlefaserabfälle zu mahlen. Als der bestehenden durchlässigen Betonmischung des Teams Kohlefaser hinzugefügt wurde, wurden die Haltbarkeit und Festigkeit des resultierenden Materials erheblich verbessert. Nassiri sagte: „In Bezug auf die Biegefestigkeit haben wir wirklich gute Ergebnisse erzielt, die so hoch sind wie bei herkömmlichem Beton, und sie entwässert immer noch sehr schnell.“
Da die Kohlefaser der Mischung außerdem in ausgehärteter und zusammengesetzter Form zugesetzt wird, sind für ihre Verarbeitung keine Hitze oder Chemikalien erforderlich. Forscher haben die Wirksamkeit der Technologie in einigen Laborproben nachgewiesen. Sie hoffen auch, bald groß angelegte Tests durchführen zu können.
